Erstellen einer Startprozedur in der autoexec.bat Verfasst am: 22.12.2008, 22:20
Eine Startprozedur besteht aus einem oder mehreren Befehlen, den/die MS-DOS bei jedem Starten Ihres Systems ausführt. Diese Befehle legen die Eigenschaften Ihrer Geräte fest, passen die von MS-DOS angezeigten Informationen individuell an und starten Stapelverarbeitungsprogramme und/oder andere Programme. MS-DOS wird mit einer Startprozedur geliefert, die in der Datei AUTOEXEC.BAT definiert ist. Diese Datei ist im Stammverzeichnis Ihres Startlaufwerks gespeichert. Bei jedem Starten Ihres Systems führt MS-DOS die in der Datei AUTOEXEC.BAT gespeicherten Befehle aus. Sie können AUTOEXEC.BAT ausführen, ohne Ihr System neu starten zu müssen, indem Sie an der Eingabeaufforderung autoexec eingeben.
Damit MS-DOS Ihre Startprozedur automatisch ausführt, vergessen Sie nicht, diese in einer Datei namens AUTOEXEC.BAT zu speichern. Um einen Verlust Ihrer Original-MSDOS-Startdatei AUTOEXEC.BAT zu vermeiden, erstellen Sie eine Sicherungskopie von ihr und speichern Sie sie unter einem anderen Namen.
Startbefehle
Jeder Befehl in der Datei AUTOEXEC.BAT kann auch in anderen Stapelverarbeitungsprogrammen verwendet werden. Die folgende Liste beschreibt die gebräuchlichsten Befehle, die in der Datei AUTOEXEC.BAT verwendet werden können:
Der Befehl mode legt die Eigenschaften Ihrer Tastatur sowie die Konfiguration des Monitors und der Anschlüsse fest.
Die Befehle date und time fordern Sie zur Eingabe des richtigen Datums und der richtigen Uhrzeit auf. Diese Befehle müssen nur dann in die Datei AUTOEXEC.BAT einbezogen werden, wenn Ihr System keine Uhr enthält, die weiterläuft, wenn der Computer ausgeschaltet ist.
Der Befehl path nennt die Verzeichnisse, die MS-DOS nach einer auszuführenden Programmdatei durchsuchen soll.
Der Befehl echo off weist MS-DOS an, die Befehle der Datei AUTOEXEC.BAT während ihrer Ausführung nicht anzuzeigen.
Der Befehl set erstellt eine Umgebungsvariable, die von Programmen und Stapelverarbeitungsdateien verwendet werden kann.
Die Datei AUTOEXEC.BAT enthält häufig Befehle, die Stapelverarbeitungsprogramme oder andere Programme ausführen, ohne dass Sie deren Namen an der Eingabeaufforderung eingeben müssen. Um beispielsweise bei jedem Starten Ihres Systems die MS-DOS-Shell auszuführen, würden Sie am Ende der Datei AUTOEXEC.BAT folgenden Befehl hinzufügen:
dosshell
Nachdem MS-DOS alle in der Datei AUTOEXEC.BAT aufgelisteten Programme ausgeführt hat, zeigt es die Eingabeaufforderung an (oder die MS-DOS-Shell, wenn die Datei AUTOEXEC.BAT zum Starten der MS-DOS-Shell eingerichtet ist). Unter Umständen empfiehlt es sich, den Befehl, der Doskey und alle normalerweise von Ihnen verwendeten Doskey-Makros installiert, in die Datei AUTOEXEC.BAT aufzunehmen.
Beispiele von Startprozeduren
Vielleicht möchten Sie Ihre eigene Startprozedur in der Datei AUTOEXEC.BAT erstellen. Nehmen wir beispielsweise an, Ihr System hat zwei Diskettenlaufwerke und eine Uhr, die nicht weiterläuft, wenn Ihr Computer ausgeschaltet ist. In diesem Falle könnten Sie folgende Befehle in die Datei AUTOEXEC.BAT aufnehmen:
date time path a:\
Die Befehle date und time fordern Sie beim Starten von MS-DOS auf, das Datum und die Uhrzeit einzugeben. Bestimmte Befehle wie zum Beispiel xcopy, backup und restore funktionieren nämlich eventuell nicht richtig, wenn Ihre Uhr nicht genau geht. In diesem Beispiel weist der Befehl path MS-DOS an, außer im aktuellen Verzeichnis auch im Stammverzeichnis der Diskette in Laufwerk A nach Befehlen oder Programmen zu suchen. Nehmen wir einmal an, in Ihrem System sind ein Diskettenlaufwerk, ein Festplattenlaufwerk, eine Uhr, die nicht eingestellt zu werden braucht und die
MS-DOS-Shell installiert. In diesem Fall könnte es zweckmäßig sein, die Befehle path, prompt, doskey und dosshell in die Datei AUTOEXEC.BAT aufzunehmen:
path c,\;c:\dos;c:\dienstpg;c:\stapel prompt $p$g
doskey
dosshell
Der Befehl path in diesem Beispiel weist MS-DOS an, nach Programmdateien im aktuellen Verzeichnis und danach in folgenden Verzeichnissen zu suchen: dem Stammverzeichnis von Laufwerk C sowie in den Verzeichnissen C:\DOS, C:\DIENSTPG und C:\STAPEL. Mit Semikolons ( trennen Sie die einzelnen Verzeichnisse voneinander ab.
Im obigen Beispiel zeigt der Befehl prompt das aktuelle Laufwerk und Verzeichnis, gefolgt von einem Größer-als-Zeichen (>), als Eingabeaufforderung an. Dies ist eine der gebräuchlichsten Formen für die Eingabeaufforderung. Der Befehl doskey lädt das Programm Doskey in den Arbeitsspeicher. Weil der Befehl doskey hinter dem Befehl path steht, kann sich DOSKEY.COM in jedem der Verzeichnisse befinden, die im Befehl path aufgelistet sind. Der Befehl dosshell startet die MS-DOS-Shell.
Nehmen wir einmal an, Ihr System verfügt über folgendes: ein Diskettenlaufwerk, ein Festplattenlaufwerk, eine Uhr, die nicht eingestellt zu werden braucht, einen mit dem Anschluß COM1 verbundenen Laserdrucker und ein Stapelverarbeitungsprogramm zur Anzeige eines Menüs. In diesem Fall wäre es vielleicht zweckmäßig, folgende Befehle in die Datei AUTOEXEC.BAT aufzunehmen:
Wird der Befehl echo off verwendet, werden die Befehle der Datei AUTOEXEC.BAT während ihrer Ausführung nicht angezeigt. Der erste mode-Befehl leitet die Druckerausgabe von LPTI, dem Standardanschluß, zum seriellen Anschluß COM1 um. Der zweite mode-Befehl richtet den Anschluß COM1 zur Benutzung mit einem bestimmten Laserdrucker ein. Der Befehl set erstellt eine Umgebungsvariable namens TEMP. Viele Programme verwenden diese Variable beim Speichern ihrer temporären Dateien. Der letzte Befehl in dieser Datei AUTOEXEC.BAT startet eine weitere Stapelverarbeitungsdatei namens MENUE.BAT. Nachdem diese Datei und alle anderen Programme, die aus der Datei AUTOEXEC.BAT gestartet werden, fertig ausgeführt sind, zeigt MS-DOS eine Eingabeaufforderung an (oder die MS-DOS-Shell, falls die Datei AUTOEXEC.BAT entsprechend eingerichtet ist). _________________